Sehr geehrte Damen und Herren,

 

das Thema Migration bewegt die Menschen – nicht nur in Deutschland – nach wie vor oder wird sie über kurz oder lang noch beschäftigen. Dies beweist für Deutschland der jüngste Erfolg des Buches „Deutschland schafft sich ab“ von Dr. Thilo Sarrazin. Für Europa zeigt sich dies an der aktuellen Situation in Libyen. Gaddafi drohte Europa unter anderem mit „offenen afrikanischen Grenzen“ für den Fall einer Destabilisierung der Region; die derzeitigen Flüchtlingsbewegungen im Mittelmeer scheinen diese Drohung nun zu verwirklichen.

 

Doch ist es richtig von Völkerwanderungen zu sprechen oder bedient man damit häufig vorhandene Ressentiments? Fakt ist, dass Europa dabei ist sein Gesicht zu verändern. Die autochthone Bevölkerung wird immer weniger, sei es durch Auswanderung oder durch Geburtenschwund und die reale Einwanderung kann nur geschätzt werden. Wir denken daher, dass man zu Recht von Völkerwanderungen sprechen kann.

 

Über die Ausmaße der heutigen Völkerwanderungen schreibt Dr. Hans Dietrich Loeffelholz vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, „daß weltweit etwa 190 Millionen Menschen über internationale Grenzen hinweg unterwegs seien, was einer Verdoppelung dieser internationalen Wanderungen innerhalb der vergangenen drei Jahrzehnte entspricht. Stellt man diese Angaben in Relation zur Weltbevölkerung (6,9 Milliarden Menschen), so beträgt die globale Migrationsquote knapp drei Prozent; sie ist über längere Frist weitgehend stabil – allerdings mit erheblichen Strukturveränderungen, was die Richtung und auch die Ursachen für die jeweiligen Wanderungen nach dem Ende des ‚Kalten Kriegs’ angeht: Migration erfolgt heute weniger in Ost-West-, als in Süd-Nord-Richtung und sowohl innerhalb der nördlichen wie der südlichen Halbkugel.“ Laut Loeffelholz werden sich diese Wanderungsbewegungen in Zukunft noch verstärken. Er folgert daraus: „Dies beinhaltet in der durch die anhaltende Globalisierung ‚flachen Welt’ mehr Chancen, Alternativen und Optionen für den Einzelnen und für die Politik, aber auch mehr Wettbewerb und Risiken.“

 

Loeffelholz deutet damit schon die unterschiedlichsten Blickwinkel an, aus denen diese modernen Völkerwanderungen aus europäischer und deutscher Sicht betrachtet werden können.

 

Vor allem wirtschaftliche und demographische Stimmen fordern gezielte und gesteuerte Einwanderung, um unsere alternden Völker und Volkswirtschaften mit jungen Arbeitskräften zu versorgen und die Sozialsysteme zu retten. Ungelernte Arbeitskräfte für den Niedriglohnsektor, aber auch Fach- und Spitzenkräfte. Über Sinn und Notwendigkeit der Einwanderungen unter diesen Gesichtspunkten wird heftig gestritten. So kritisierte Sevim Dagdelen (Linkspartei) im Januar 2011 die Grünen in einer Bundestagsdebatte über den Fachkräftemangel, Einwanderer nur als Ware zu betrachten. Hiermit spielte Dagdelen darauf an, daß ausländische Arbeitskräfte als billigere Alternative zu den deutschen Arbeitskräften benötigt werden. Andererseits kritisieren Politiker unterschiedlichster Couleur, daß gerade keine Einwanderung potentieller Arbeitskräfte stattfinde, sondern ein reiner „Zuzug in die Sozialsysteme“.

 

Es darf bei dieser Diskussion aber nicht außer Acht gelassen werden, daß die Völkerwanderungen des 21. Jahrhunderts nicht auf Einladung von Wirtschaftsbossen und Sozialpolitikern erfolgen. Die Menschen kommen von alleine, unaufgefordert und aus unterschiedlichsten Gründen. Sie kommen als Umwelt- und Kriegsflüchtlinge. Sie entfliehen politischer und religiöser Verfolgung. Wiederum andere kommen gelockt vom Wohlstand der wohlhabenden europäischen Staaten.

 

Was sind die Gründe? Es wäre zu einfach und falsch, den Wandernden vorzuwerfen, sie würden sich aus Faulheit auf den Weg nach Europa machen, um unsere üppigen Sozialsysteme auszunutzen. Bittere Armut steckt hinter vielen Flüchtlingsgeschichten, die ihre Gründe auch in Europa hat. So wird zum Beispiel geschätzt, daß etwa ein Fünftel aller afrikanischen Flüchtlinge, die es nach Europa treibt, „Fischerei-Migranten“ sind, denen schlicht und einfach die Lebensgrundlage entzogen wurde.  Europäische Fischkutter haben für europäischen Fisch-Massenkonsum die Meere vor Afrika leergefischt, wo die Kleinfischerei für Millionen von Menschen die letzte Möglichkeit zum Lebensunterhalt ist.  Dürfen wir uns also über die jährlich Tausenden beschweren, die in Booten vor Lampedusa im Meer Richtung Norden treiben? Dabei könnte dies erst der Anfang sein. Medien befürchten bereits Flüchtlingswellen von „biblischem Ausmaß“.  Der äthiopische Prinz Asfa-Wossen Asserate verdeutlichte ungeschminkt, was ein versinkender Kontinent Afrika für Europa bedeuten würde: „Sie würden eines Tages im Radio Folgendes hören: Soeben erreicht uns die Nachricht aus Gibraltar, daß sieben Millionen Afrikaner auf dem Weg zu uns sind.“ 

 

Die Migration birgt Konfliktpotential, das sich auf den Straßen Europas bereits ebenso entlädt, wie vor Straf-, Arbeits- und Verwaltungsgerichten. In Deutschland sind die Stichworte, die in der Diskussion nicht verschwiegen werden dürfen, besonders: Streit um Moscheebauten, Parallelgesellschaften und mögliche Gegenmaßnahmen , Deutschfeindlichkeit auf Schulhöfen, Kopftuch und Beherrschung der deutschen Sprache am Arbeitsplatz , Anwendung der Scharia vor deutschen Gerichten , Islam vs. Grundgesetz, islamischer Antisemitismus  und vieles mehr. Wir müssen uns diesen Problemen stellen und dürfen dabei auch selbstbewußt behaupten, daß Europa nicht alles hinnehmen muß, was zu kommen droht. Aber dürfen wir uns beschweren? Woran liegt es, daß in Europa die Geburtenraten schwinden, eine alternde Gesellschaft sich dem Nachwuchs verweigert und dabei zaghaften staatlichen Förderprogrammen wie Elterngeld, Kindergeld, Bausparprämien und Steuerfreibeträgen trotzt?

 

 

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