Politikverdrossenheit. Der Parteienstaat in der Krise?!


Seit Jahren beobachten die Wissenschaft und die Medien ein rückläufiges Interesse der Bürger, sich in Parteien oder Vereinen zu engagieren. Auch die zurückgehende Zahl der Bürger, die bereit sind, ehrenamtliche Arbeit zu leisten, alarmiert derzeit die Medien und die Politik. Die Mitgliederzahlen der etablierten Parteien rutschen seit 1990 von einem Tief zum nächsten und auch die Beliebtheit der Politiker sinkt von Umfrage zu Umfrage.


Die Jugendlichen zeigen inzwischen nur noch wenig Interesse an politischen Vorgängen, geschweige denn, daran, sich selbst aktiv einzubringen. Inzwischen bezeichnen sich nur noch 30 Prozent der Jugendlichen zwischen 12 und 25 Jahren als politisch interessiert. Für die Jugendlichen zwischen 15 und 24 Jahren liegt für die Entwicklung des politischen Interesses im Rahmen der früheren Shell Jugendstudien eine Zeitreihe vor. Danach ist der Anteil der politisch interessierten Jugendlichen von 55 Prozent im Jahre 1984 bzw. sogar 57 Prozent 1991 inzwischen auf 34 Prozent gesunken.

Laut einer Umfrage des ZDF wurde im November 2006 ein historischer Tiefstand im Vertrauen der Bürger zu ihrem Staat erreicht: Erstmalig hatten sich weniger als die Hälfte der Befragten zufrieden mit der Regierungsform geäußert. Im Dezember 2006 ergab eine andere Umfrage, daß 82 Prozent der Wahlberechtigten glauben, daß das Volk in der Bundesrepublik keinen nennenswerten Einfluß auf die Politik hat.Als Gründe für das schwindende Interesse an der Politik und an der Parteienarbeit werden viele verschiedene Ursachen angegeben. Die Angaben reichen von nicht eingehaltenen Wahlversprechen, über Skandale und Korruptionsaffären von Politikern, mangelnder politischer Bildung besonders der Jugendlichen, offen zur Schau gestelltes Eigeninteresse der Volksvertreter bis zu schwindender Unterscheidbarkeit der großen Parteien.


Handelt es sich bei all diesen Ereignissen lediglich um eine vorübergehende Erscheinung, oder besteht durch den mangelnden Willen zur Beteiligung an politischen und gesellschaftlichen Vorgängen eine Gefahr für die Demokratie? In unserer dritten Bielefelder Ideenwerkstatt wollen wir als Burschenschaft und damit als politisch und gesellschaftlich interessierte Studenten wieder namhafte Referenten einladen, ihre Ansicht zu diesem kontroversen Thema vorzutragen und in Diskussionen und Gesprächen dieses Problemfeld ausführlich beleuchten und Lösungsansätze erarbeiten.

 

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